Das Thema mit den Farben

Das Thema mit den Farben

Das Thema mit den Farben 2560 1707 Andy Reutimann

In unterschiedlichen Kontexten kommt bei Kunden immer mal wieder die Frage auf, weshalb die gleiche Farbe auf unterschiedlichen Bildschirmen unterschiedlich aussieht oder wirkt. Gleiches auch in Bezug auf die Anzeige auf dem Bildschirm im Vergleich zu gedruckten Dokumenten. Da wir in all unseren Prozessen ein professionelles Farb-Management und ausschliesslich kalibrierte Produktions- und Darstellungsgeräte verwenden, können Sie sich bei uns sicher sein, dass wir uns optimal um Ihre Farben kümmern.

Verantwortlich für eine „korrekte“ Farbwirkung sind unterschiedliche Faktoren. Die wichtigsten zeigen wir Ihnen hier kurz und einfach auf:

1. Unterschiedliche Farbsysteme

Gedruckte oder gemalte Farben (auf Papier, Folien etc.) zeigen uns die Farbe als Reflexion (subtraktives Farbsystem) von vorhandenen Licht. Ein Bildschirm hingegen leuchtet selbst (additives Farbsystem). Alleine dieser prinzipbedingte Unterschied beinflusst die Wirkung einer Farbe.

Subtraktives Farbsystem: mehr Farben = dunkler/schwarz (vereinfacht)
Additives Farbsystem: mehr Farben = heller/weiss

2. Farbräume

Unterschiedliche Kameras, Bildschirme, Drucker etc. nutzen unterschiedliche Farbräume. Farbräume definieren das Farbspektrum, welches jeweils möglich ist. Ein Foto kann Farben enthalten, welche ein Monitor beispielsweise nicht anzeigen kann. Dann werden die Farbwerte entsprechend so interpretiert, dass die Farbe noch dargestellt werden kann. Dazu ist eine Verschiebung des Farbtons in den jeweiligen Farbraum notwendig.

Damit dies nicht zu völlig unbrauchbaren Ergebnissen führt, werden auch mögliche Farbwerte relativ zu den nicht möglichen Farbwerten entsprechend verschoben. Keine Farbe bleibt somit beim Wechsel eines Farbraums exakt identisch.

Farbräume werden in der Regel voll-automatisch von den jeweiligen Geräten und Programmen im Bereich des für das Gerät möglichen gewählt.

3. Bildschirm-Kalibrierung

Herkömmliche Monitore sind nicht kalibriert; das heisst, die effektive Darstellung einer Farbe kann abweichen. Da Farben am Bildschirm durch rot, grün und blau (RGB) zusammen gemischt werden, geht es nicht nur um heller oder dunkler. Auch die Farbmischung kann von Monitor zu Monitor – sogar wenn diese vom gleichen Hersteller und Typ sind – abweichen. Um eine exakte, sogenannt farbtreue Wiedergabe der Farben zu erlangen sind professionelle Monitore notwendig, welche isch – optimalerweise hardwareseitig – kalibrieren lassen.

Bei der Bildschirm-Kalibrierung, welche regelmässig wiederholt werden sollte, wird ein Messgerät auf den Bildschirm aufgelegt und die tatsächliche Farbdarstellung mit den Sollwerten verglichen. Im Anschluss mit den Erkenntnissen ein Farbprofil erstellt, welche es erlauben die Farbsignale des Computers so anzupassen, dass die dargestellten Farben „stimmen“.

4. Träger-Material

Gerade beim Druck oder dem Malen von Farben ist darauf zu achten, dass auch der Untergrund ggf. durch die Farbe hindurch eine Wirkung hat. Wird beispielsweise auf ein weisses Papier eine rote Fläche gedruckt, wird die gleiche rote Fläche auf einem gelben Papier anders aussehen. Dies ist natürlich ein extremes Beispiel. Weisses Papier ist jedoch selten rein-weiss.

Nachvollziehbar wird das beispielsweise, wenn man als Briefpapier, Couverts und Visitenkarten denkt. In der Regel kommen hier drei unterschiedliche Papiere mit drei unterschiedlichen Papierstärken zum Einsatz. Professionelle Drucker sind in der Lage mit Papierprofilen zu arbeiten, welche wiederum das gleiche Prinzip anwenden, wie das ein Farbprofil bei der Bildschirm-Kalibrierung macht.

5. Licht

Bei der Farbwirkung spielt auch das Umgebungslist eine Rolle. Dieses weist eine sogenannte Farbtemperatur sowie eine Farbtönung auf. Abhängig davon in welchem Licht man sich befindet, wirkt die wahrgenommene Farbe unterschiedlich.

Farbtemperatur: Spektrum von kalt bis warm. Gemessen in Grad Kelvin.
Farbtönung: Spektrum von Grün bis Magenta.

6. Darstellungs-Raster

Insbesondere im Druck, ist neben der Farb-Zusammensetzung auch das Darstellungs- oder eben das Druckraster dafür verantwortlich, wie die Farbe am Ende wirken wird.

7. Verblassung

UV-Licht, aber auch weitere Faktoren, verändern Farben über die Zeit. Vergleicht man deshalb einen älteren Ausdruck, welcher einige Zeit im Sonnenlicht verbracht hat, mit einem frischen kann die Farbe auch dadurch deutlich abweichen.

Professionelle Tinten-Drucker ermöglichen die Verwendung von echten Farb-Pigmenten statt synthetisch hergestellter Farben. Diese weisen eine deutlich bessere Farbechtheit auch nach längerer Zeit im Sonnenlicht auf. Typischerweise müssen diese Drucker regelmässig verwendet werden, da sich sonst die Farbpigmente in der Tinte absetzen und so die Druckdüsen verstopfen kann. Auch typisch für solche Drucker ist, dass sie oft eine Rüttelfunktion haben, welche die Pigmente regelmässig aufrütteln und so dem absetzen entgegen wirkt.

Fazit

Das Farb-Management (oder korrekt in Englisch „Colour-Management“) ist in der Praxis eine aufwändige und nicht selten auch kostspielige Thematik. Professionelles Equipment sowie regelmässige Kalibrierungen sind genau so notwendig, wie entsprechendes Fachwissen. Diese Aufstellung hier hat nicht den Anspruch abschliessend vollständig zu sein, sondern soll lediglich „die Thematik mit den Farben“ verdeutlichen und aufzeigen, weshalb ein proessionelles Farb-Management – so wie wir dies in all unseren Produktions- und Gestaltungs-Prozessen umsetzen – wichtig ist. Schliesslich soll nicht nur der Inhalt, sondern auch die Farben Ihren Erwartungen und Wünschen entsprechen. Und das so, dass weder Sie noch Ihre Kunden sich darum kümmern müssen. Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte gerne an uns.

Über den Autor

Andy Reutimann

Andy Reutimann berät als Digital-Marketing Berater Unternehmen, öffentliche Institutionen und Konzerne im deutschsprachigen Raum (Schweiz, Deutschland, Österreich) und ist bekannt für seine Expertise in den Bereichen E-Mail-Marketing, E-Mail Sicherheit sowie der praktischen Anwendung geltender internationaler Datenschutz-Rechte. Er ist regelmässig als Speaker und in Fachmagazinen zu finden.